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Schild - Symbol Feedback & Orientierung

Wie du am meisten von Feedback profitierst

In diesem Artikel geht es um Feedback von anderen und wie du am meisten davon profitierst. Dabei ist es egal, ob du dieses Feedback ungefragt erhalten hast oder es proaktiv eingefordert hast. Wobei ich letztere Variante sowohl im Studium als auch Beruf empfehlen kann. Feedback ermöglicht sowohl im fachlichen Themen und insbesondere bei der Persönlichkeitsentwicklung eine schnelle Erweiterung deines Potentials.

Hauptaufgabe von Feedback – Orientierung

Die Hauptaufgabe von Feedback ist Orientierung zu geben. Es geht dabei um den einen Abgleich von Eigen- und Fremdwahrnehmung. Jeder hat blinde Flecken, diese können biographisch, biologisch oder auch kulturell begründet sein. Manche Menschen sprechen auch von den sogenannten Landkarten mit denen jeder durch die Welt läuft, bei einem Feedback hat man die Möglichkeit seine eigene Landkarte mit denen von anderen Menschen abzugleichen.

Die Quelle des Feedbacks – Perspektive und Agenda

Es ist immer wichtig zu beachten, wer dir Feedback gibt. Jede Person hat eine eigene Weltsicht und Agenda. Eine andere Weltsicht kann dabei oft sehr hilfreich sein, weil dir ja Feedback neue Perspektiven eröffnen soll. Jedoch kann eine stark abweichende Perspektive auch kontraproduktiv sein, so sind Aussagen von Beamten bzgl. Selbständigkeit oder Unternehmertum meist mit äußerster Vorsicht zu genießen.

Zusätzlich beachte die Agenda der Person, wenn dir eine Person negativ gestimmt ist, wird sie ein Feedback nutzen, um dich “klein zu halten”. Dies passiert meist komplett unbewusst. So ein Feedback kann durchaus auch brauchbar sein, aber es ist klar abzuwägen, welche Teile davon wirklich zu treffen oder viel mehr in welcher Intensität. Kleinigkeiten werden dann plötzlich zu massiven Fehlern oder Katastrophen aufgeblasen. Meistens kannst du solche Feedbacks an der emotionalen Ladung, absoluten Sprachmustern oder unmöglichen Forderung erkennen. So zum Beispiel „du musst dir alles merken, du darfst keine Informationen ausfiltern“, „sowas darfst du nie machen“, etc.

Nutze Rückfragen um konkrete Beschreibung oder Beispiele zu erhalten

Da Feedbacks in erster Linie auf Gefühl, Intuition und Wahrnehmung basieren, sind sie oft vage oder ungenau. Diese Genauigkeit kannst du meist dadurch erhöhen, dass du um konkrete Beispiele bittest, um eine klarere Orientierung zu bekommen.

Typische Beispiele für Nachfragen sind:
Feedback: “Du agierst manchmal zu zögerlich.”
Du: “Ok. Kannst du mir bitte eine Situation beschreiben oder nennen, wo dies passiert ist?”
Feedback: Beschreibung der Situation.
Du: “Gab es auch eine Situation, wo ich für dich passend reagiert habe?”
Feedback: Beschreibung einer anderen Situation.

Feedback: “Du wirkst auf mich gereizt.”
Du: “Ok, woran kannst du erkennen, dass ich gereizt wirke?”

Erhöhe die Klarheit und den Informationgehalt des Feedbacks durch gezielte Rückfragen

Generell, kannst du davon ausgehen, dass das Feedback des Gegenübers stimmt. Allerdings ist es durchaus möglich, dass es einfach ungünstig formuliert ist. So kann es zum Beispiel ungenau sein. Am besten lässt sich dies wohl an einem persönlichen Beispiel erläutern:

Freund: “Bernhard, du hörst den Menschen nicht zu.”
Ich: “ok, heute haben wir mit Mark und Tina getroffen. Mark ist 23 Jahre alt, er hat eine Schwester, die ist 28 Jahre und hat gerade in Mannheim ihr Diplom in …” (eine lange Auflistung von Fakten)
Freund: “ok, gib mir einen Moment, ich muss es neu formulieren.”
Bernhard: “ok.”
Freund: “Jetzt hab ich’s. Du gibst den Menschen nicht das Gefühl zuzuhören.”
Bernhard: *lange Pause* *BLING*

Ich hatte über Jahre hinweg immer wieder den Hinweis erhalten ich würde Menschen nicht zuhören. Nachdem ich mir jedesmal das Feedback zu Herzen nahm, war ich irgendwo an dem Punkt angelangt, dass ich fast jede Information aufnahm und auch im Gedächtnis abgelegt hatte. Dabei hatten die Personen „nur“ das Gefühl ich würde nicht zuhören. Vermutlich ist dir jetzt noch klarer, wieso es sehr wichtig sein kann bei Unklarheiten proaktiv nachzufragen. Bei einem Feedback ist es wichtig, dass du daraus einen Nutzen ziehen kannst. Außerdem zeigst du durch Rückfragen deinem Gegenüber, dass du am Feedback interessiert bist und mitdenkst.

Quantifiziertes Feedback – Wie du am meisten daraus ziehen kannst

Manchmal erhältst du Feedback in schriftlicher Form, so zum Beispiel einen Feedbackbogen mit 1 bis 5 Sternen. Wenn möglich versuche diese Feedbackbögen in Excel oder einer anderen Tabellenkalkulation auszuwerten. Hier ist es wichtig vor allem auf Häufungen zu achten. Wenn du eine starke Häufung in einem Bereich ausmachen kannst, ist es am besten wenn du durch gezieltes Nachfragen zu dem Bereiche weitere Informationen einholst.

Ich hatte letztens einen Feedbackbogen an fünf Leute verteilt, dabei gab es zehn Fragen. Bei einer Frage hatte ich von jedem eine andere Wertung bekommen, also ich hatte einmal einen Stern, zwei Sterne, drei Sterne, vier Sterne und schließlich einmal fünf Sterne. In diesem Fall ist es notwendig zu überprüfen, ob die Frage eventuell unklar war. Wenn die Frage klar war, dann ist dies einfach eine amüsante Anekdote.

Wann (weiteres) Feedback wenig Sinn macht oder sogar kontraproduktiv ist

Es gibt auch Situationen wo Feedback wenig zielführend ist. So kann es sein, dass du immer wieder dasselbe Feedback erhälts, aber dir es nicht gelingt eine Änderung herbeizuführen oder dass du im Moment einfach keine Zeit hast es umzusetzen.

Das erhaltene Feedback ist dir zum Großteil bekannt, du kannst es jedoch nicht umsetzen

„Faulheit ist oft Erschöpfung.“ – Chip & Dan Heath, Switch

Du erhältst wiederholt dasselbe Feedback, aber du scheiterst daran dieses Umzusetzen. Die Gründe hierfür könnten Überforderung, zu hohe Auslastung als auch ein Lernplateau sein.

In diesem Fall ist es sinnvoll Feedback aktiv abzulehnen bzw. dir kein neues Feedback mehr einzuholen. Warum auch die Zeitung von gestern, vorgestern und letzter Woche nochmal lesen?

Wenn es sich um ein Lernplateau handelt, wird sich das Problem praktisch von selbst lösen. Du brauchst nur eine gewisse Auszeit, damit das Gelernte von dir verarbeitet werden kann.

Du hast im Moment andere Prioritäten

“Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.”

Manchmal hat man einfach andere Prioritäten. Es ist ehrlicher und meist zielführender dies vor einem Feedback auszusprechen. Denn du hast nichts von einem Feedback wofür du weder Kopf noch Zeit hast und die andere Person verschwendet Ihre Zeit nicht dir etwas unnötiges mitzuteilen.

Zusammenfassung

Feedback dient deiner Orientierung, um soviel Nutzen wie möglich daraus zu ziehen frage nach konkreten Beispielen und stelle sicher, dass es keine Unklarheiten auf deiner Seite gibt. Sag auch „Nein“ zu Feedback, wenn es für dich nicht passend ist.

Was sind deine Erfahrungen und Gedanken zu Feedback? Hast du etwas zu ergänzen oder sind Fragen aufgetaucht? Ich freue mich über deinen Kommentar!

Quellen und weiterführende Literatur

Chip & Dan Heath: Switch – Veränderungen wagen und dadurch gewinnen!

Chris Wolf, Heinz Jiranek: Feedback – Nur was erreicht, kann auch bewegen

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